19.11.2016

Kickers - Elversberg 0:1

Die Blauen bemühen sich ja nun schon seit geraumer Zeit, eigentlich ja schon seit ewig, darum, den mir anscheinend genetisch gegebenen Humor zu versauern. Dieses Jahr sind sie im Übrigen ganz besonders erfolgreich damit. Ergebnis: Stimmung auf dem Stand der Heimerfolge und der persönliche Gemütszustand ebenso holprig wie der Waldaurasen.
Gute und dankbare Zeiten für Bruddler? Das wäre zu einfach gedacht, Bruddeln macht nach Siegen viel mehr Spaß, ehrlich, definitiv, wahrlich, ich schwöre es. Das humorige Aufarbeiten macht Niederlagen nicht erträglicher, im Gegenteil, sie schmerzen dabei nur noch mal. Also?
Wie drückt man sich erfolgreich und am besten vor weiteren frustrierenden Spielberichten und dem damit verbundenen Seelenschmerz? Direkt nach dem Spiel ins Badische düsen, die Tochter besuchen? Sich direkt nach Abpfiff auf den Weg zu richtiger Kultur wie Jazz, Klassik machen? Alkoholhöllen oder Sündenpfuhle aufsuchen? Sich einfach eine Auszeit genehmigen nehmen und erst gar nicht dem Spiel beiwohnen? Yep, beinahe alles versucht, beinahe alles durchgezogen und nu? Nu sitze ich wieder hier vor der trostlosen Taststatur meines altersschwachen Laptops und überlege, was ich nach diesem Spiel in diesselbe längst nicht mehr dritt- oder gar zweitligatauglichen klapprige Eingabeeinheit klopfen soll. Vielleicht den Kommentar einer nachweislich nicht Fußballsachverständigen, nach deren Bekunden dieses Fußballgespiele eben ein deutlich ergebnisorientierter Mannschaftssport wäre. Na, ganz prima, Mädle, für den Satz habe ich Dich nicht geheiratet, so viel ist schon mal klar, auch wenn Du natürlich nicht ganz unrecht haben magst. Meint auch die Tochter, deren spontan allerdings auch nur sehr wenige Sportarten einfielen, bei denen der Weg das Ziel ist, wäre oder weg damit, was weiß ich.
Tja, vielleicht irgendwas mit B-Note … Da könnte man sich natürlich dann dem Fazit diesen einen erfahrenen Waldaupilgers anschließen, der das
„Oh, akrobatisch - war ja beinahe brasilianisch" seines Nebenmannes um ein ganz trockenes und leider ebenso zutreffendes „dilettantisch" ergänzte.
Wie auch immer, es ändert nichts daran, dass wir wieder mal und weiterhin zuhause mit ziemlich leeren Händen dastehen. Da spielen wir schon mal ganz ordentlich und unterm Strich steht die Null. Soll heißen: null Tore für die Blauen und meistens auch null Punkte.
Ach, mir fehlen die Worte. Gegen Waldhof habe ich wenigstens noch (sarkasrtisch und hilflos zwar, aber immerhin) lachen können, aber auch das und generell mein Humor ist mir irgendwie abhandengekommen.
Was fragte die oben bereits erwähnte Nicht-Fußballsachverständige noch?
„Was kommt unter der Regionalliga?"
Kann ich nicht drüber lachen.
Wird Zeit, dass Weihnachten wird, da wünsche ich mir Heimsiege und dass das blaue Versprechen von 2001, welches seitdem bunt gestaltet an der Türe eines doch häufig frequentierten halbwegs ruhigen Örtchens im trauten Waldaubruddlerheim sein tristes Dasein fristet.
„Wir kommen zurück", steht da drauf.
Kann ich auch nimmer drüber lachen.