15.10.2016

Kickers - Teutonia Watzenborn 1:1
Zu allererst einmal: Sorry wegen der fehlenden Bruddler der letzten zwei Heimspiele, ich befand mich nicht wie so mancher vermutet hatte, in Schock starre, sondern war schlicht und einfach einmal aufgrund privaten Verpflichtungen verhindert, und das andermal aus gesundheitlichen Gründen. Kann ja mal vorkommen.
Wobei der Gedankengang mit der Schockstarre so weit hergeholt nicht ist, könnte einem schon hier und da widerfahren, so ein Zustand von Schock-, oder wissenschaftlich besser ausgedrückt, Angststarre; einen besonderen, durch Gefahren- oder Stresssituationen ausgelösten, Zustand bei Menschen oder auch Tieren: In Gefahren- und Stresssituationen wird im Nebennierenmark das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet. Das Adrenalin erhöht den Herzschlag, womit die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt wird, um den Körper auf einen Kampf oder eine Flucht vorzubereiten. Dabei werden eine Reihe nicht benötigter Organe und auch Teile des Gehirns in ihrer Funktion heruntergefahren. Erfolgt aber keine Reaktion in Form von Kampf oder Flucht, so kann nach bis zu 15 Sekunden eine Angststarre eintreten, bei der das bedrohte Lebewesen weder fliehen noch kämpfen kann. Es erstarrt sprichwörtlich vor Angst. Dabei sinkt der Herzschlag (Angstbradykardie), die Muskeln versteifen sich und die Kontrolle über die Körperfunktionen lässt signifikant nach.
Tja, klingt vertraut nach dem 0-3 Zwischenstand gegen den Waldhof z.B. oder einfach generell dem Zustand sowohl von uns passiv Beteiligter als auch der blauen Defensive, wenn der Gegner sich mit dem Ball in Richtung unseres Strafraums bewegt., oder? Wobei, beim Waldhofspiel verfiel ich nicht in Schockstarre, sondern eher in einer Zustand manisch-depressiven Wahnsinns, der mich seither immer mal wieder ereilt und heimsucht. Tiefe Verzweiflung im Wechsel mit wahnwitzigen Lachanfällen, so auch wieder heute, vorrangig in der ersten Halbzeit, deren positiven Momente aus Kickerssicht im Folgenden kurz und prägnant aufgelistet sind:
1.
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3.
4.
5.
Tja, blaue Freunde, mehr gabs nicht. Beim besten Willen nicht.
Zeit sich mit weniger wichtigen Dingen dieser Welt zu beschäftigen: Dem Literaturnobelpreis für Bob Dylan z.B. oder der Tatsache, dass die Monkees eine neue Scheibe gemacht haben und nun auf Tour sind.
Oder, der Erkenntnis, dass es wirklich leibhaftige Menschen gibt, die sich dieses Kolumne regelmäßig zu Gemüte führen, und dass schon seit 15 Jahren .... eigentlich unglaublich und in Anbetracht dessen könnte man sich ruhig mal überlegen ob der Verfasser derselben nicht auch langsam irgendeinen gut dotierten Preis einheimsen sollte - und sei es nur, weil er turnusmäßig einer gebeutelten Spezies an blauen Unverbesserlichen literarischen Trost spendet.
Apropos Trost: Die zweite Halbzeit war besser, aber nicht gut genug, um endlich drei lapprige Pünktchen zu Hause einzufahren. Tief in mir drin habe ich so ein latentes Angstgefühl, dass es so früher oder später wieder gegen den Abstieg gehen können ... und ... oh Schockstarre ...