|
Es geschah nun aber zu der Zeit, dass
Lassen wir das mal und wenden wir uns der unromantischen Gegenwart zu. Nehmen wir die Reutlingen Saison mal aus, ist der durchschnittliche Blaue leidgeprüft und leiderfahren, keine Frage. Und was tut diese den Niederungen des sportlichen Daseins so zugetane Spezies so kurz vor Weihnachten? Richtig - sie pilgert ins vorweihnachtliche degerliche Loch, um sich das christliche Wiegenfest emotional zu versüßen. Er hat ja eine Karte, und, als echter Schwabe, muss man die absitzen, ob man Lust dazu hat oder nicht, auch wenn man mit Sicherheit weiß, dass man hinterher stimmungsmäßig Weihnachten mit Vehemenz in die nächstgelegene blaue Tonne kicken kann. Und natürlich habe auch ich es ebenso gemacht, wobei, zugegeben, nicht wirklich freiwillig, denn das erste Mal seit 15 oder mehr Jahren war ich, ohne wirklichen Grund, ohne familiäre oder sonstige Ausreden, knapp davor, nicht hinzugehen. Nun, ich bin hin, im Gegensatz zu manch anderem. Mein Dad, der Gute, auch Masochist, das liegt bei uns in der Familie, hatte mich überredet, damit wir das vorhergesehne endgültige Abschlachten aller blauen Träume live und in voller Lebensgröße und - breite mitverfolgen können. Wie dreittausenddreihundertohgrad weitere Unbelehrbare auch, riefen wir fröhlich und unerschrocken Demütigt uns" und zogen los. Na, wems dohoim net gfällt. Um es kurz zu machen, es gab schon schlimmere Spiele. Die Mannschaft, nett zusammengestückelt aus denen, die sich nicht vorsichtshalber krankgemeldet hatten (Pfui Manne, die sind alle wirklich verletzt), verkaufte sich besser als erwartet, agierte 15 Minuten sogar ganz gut, biss, kämpfte, kassierte das obligatorische Standardgegentor und erzwang am Ende den verdienten Ausgleich. Zwar nicht gewonnen, aber gefühlt beinahe 2 Punkte gewonnen. Macht in der Tabelle nichts aus, aber in unser aller Köpfchen sicherlich oder hoffentlich und überhaupt, denn die Hoffnung, aber, ach, das wisst ihr ja eh. Jetzt ist reichlich Zeit, dass die Mannschaft sich wieder darauf besinnt, was sie eigentlich kann oder können müsste oder sollte, dass Zeyer seinen Arsch rettet und Stipic, dass er ein selsttätig denkender Trainer ist und nicht nur Zeyers sinnlose und sinnentfremdete Analysen nachplappert (Merke: nur durch das stoische Wiederholen wird Schwachsinn nicht besser, es bleibt Schwachsinn, wie man es auch dreht und wendet - ich kann ein Lied davon singen, kenne mich mit Sinntentleertem ja definitiv aus). In diesem Sinne euch allen ein frohes Weihnachtsfest ohne blauen Trauerrand! | |