27.04.2013

Kickers -Babelsberg 2:1 (0:0)
Der Homo Waldauiensis (Waldaumann)

Homo waldauiensis (Waldaumann oder Waldaumensch) ist die Bezeichnung für eine seltsame, aber äußerst interessante Spezies, die seit über 100 Jahren 14-tägig in dem Stuttgarter Ortsteil Degerloch, genauer gesagt, in dem als "Waldau" näher gekennzeichneten Bereich (daher der Name ...) rudelartig auftaucht.

Für Wissensdurstige ist diese Spezie relativ leicht zu beobachten, das rudelartige Auftauchen des Homo waldauiensis wiederholt sich regelmäßig nach einen festgelegten Zeitplan in einem jährlichen Turnus. (Näheres siehe dazu unter: Saison).

Und mit etwas Glück kann man dann auch ein überaus bemerkenswertes und beeindruckendes Verhalten des Homo waldauiensis beobachten: Nach erfolgreicher Beendigung eines wilden und ungezügelten Wettspiels, das ausgewählte maskuline Exemplare der Gattung auf einem abgegrenzten Grünbereich unter Zuhilfename eines kugelförmigen Spielgerätes und unter der Aufsicht einer Art Priester oder Zeremonienmeisters, welcher das Gebaren durch Armbewegungen und schrille Pfiffe aus einer Pfeife leitet, fallen anschließend nicht nur sich wohlgesonnene männliche Exemplare jeden Alters des Homo waldauiensis, sondern auch wildfremde gestandene Waldau-Mannsbilder hemmungslos über sich her. (Anmerkung des Schreibers: heidemaritzka, geiler Schachtelsatz, ich hätte natürlich auch mal einen Punkt machen können, aber ... nöööö keine Lust ... qüält Euch ...)

Der Homo waldauiensis im Rudel

Mann schnappt sich wahllos links, rechts, vor, hinter, über und unter einem selbst befindende Angehörige des gleichen Geschlechts und herzt und drückt was das Zeug hält, bzw. - wird geherzt und gedrückt, dass sich die Balken biegen.
Was dieses gar nicht homophobe Massenphänomen auslöst?
Das hat eine lange Vorgeschichte, die wir hier aus Platzgründen und ob der Komplexizität des Themas nicht in aller Gänze wiedergeben können, nur mal kurz soviel: es ist blau, ist eine Granatenmacke und es hat was mit jahrelangem Leiden und dazwischen eingestreuten kurzen Glücksmomenten zu tun. Diese kleinen, sparsamen Glücksmomente - die sind es, nach denen sich dise Spezie sehnt, er hofft, er bibbert, er bangt - immer in der Hoffnung, diese kleinen Höhepunkte seines ansonsten eher tristen blauen Daseins zurück zu holen, um sie erneut verspüren zu können.

Ein weiterer, einzelner Homo waldauiensis, hier zusammen mit einem seltenen jungen, weiblichen Exemplar
Naturgemäß passiert dies allerdings blöderweise relativ selten, dann fällt der Waldaumann in eine Art Schockstarre, steht still und starrt minutenlang auf die leergefegte grüne Rasenspielfäche und wenn er aus dieser Schockstarre wieder herauskommt, bewegt er sich schleppend vorwärts, wobei er bei jedem Schritt den gesenkten Kopf ratlos hin und herschaukelt.

Das Archäologiezentrum Waldau ist 14-tägig Samstags geöffnet, Sonderveranstaltungen u.Um. auch Freitags, Dienstags und Mittwochs.
Eintrittspreise: Ab 7.-Euro