Schwere Zeiten für Bruddler

28.02.2010 Kickers - Weiden 2-0 (1-0)

Es sind schwere zeiten angebrochen für mich und die ganze Zunft der berufs- oder gewohnheitsmäßigen Bruddler. Inzwischen ist alles so prima und blau oben IM Loch, da haste als Querulant überhaupt keine Chance mehr. Geld in Hülle und Fülle vom Investor, Schulden an den DfB zurückgezahlt - sogar mit Zinsen - und selbst Vincenzo „Porno" Murkskäse als Mittelstürmer und ein technisch eher suboptimal agierendes Mittelfeld darf man nicht mehr kritisieren. Oh oh -schweres Standing für den Bruddler in me, wenn aber auch für alles und jedes eine entschuldigende Geste gefunden wird. Fazit: Die blaue Brille ist gerade so tiefblau getönt, da hat Kritik keine Chance. Wenn dazu auch noch Fairness kommt, wird's für meinereiner aber doppelt schwer. Wie meinen? Ah, mal kurz erinnern: Wie hieß der Schiedsrichter gestern? Aha. Ist zwar nicht der Kempter gewesen, sondern dessen Bruder (Man beachte den Genitiv, hätte auch dem Kempter sein Bruder schreiben können, das mal nur so nebenbei); der hat aber genauso schräg gepfiffen, wie der Familienkollege; von dem einen Fähnchenschwinger mit der Blindenbrille fürs Abseits ganz zu schweigen. Kritik daran? Fehlanzeige. Ist auch gefährlich zur Zeit, ruckzuck setzt man sich da gesellschaftspolitisch böse in die Nesseln. Auf deutsch, das wäre political incorectness, oder so.
Dabei ist mir persönlich völlig wurscht, was die Pfeifen auf dem Rasen so privat anstellen, die sollen anständig pfeifen, that's enough. Aber drüber lästern wäre nett. Darf man aber nicht? O.K.. dann eben nicht. Dann stürze ich mich halt auf die Spieler, früher wurden die auch oft als „Pfeifen auf dem Rasen" bezeichnet, die Zeiten sind allerdings auch vorbei, siehe oben. Wenn dazu noch ein überaus starkes Windchen weht iM Degerloch, da mag man den blauen Buben aber auch gar keinen Vorwurf machen...., im Gegenteil, das blaue Mitgefühl und Verständnis nimmt gar bizarre Formen an: Die Erklärungsversuche, warum die blauen Balltreter mit dem Rückenwind so überhaupt nicht zu Recht kamen, sind geradezu hitverdächtig: Beispiele gefällig`Voilà:

Hohe Bälle:
„Die Blauen haben es nicht geschafft, unter dem Wind durchzuspielen"

Ballbehandlung:
„Die Weidener sind körperlich viel stärker, da wird ein Großteil des Windes vom Körper des Spielers abgehalten und sie können deswegen den Ball besser kontrollieren."

Aha - hat Ihnen aber nichts genutzt, siehe Ergenis, und auch Rumpelstilzchen Schuster sah das an der Seitenauslinie vermutlich nicht ganz so. Er hat aber dann aber physikalisch völlig unsinnig reagiert und Schmachthaken Turpitz für Tunjic gebracht … und dem konnte der Wind nichts anhaben, weil der
„So schmal ist, dass der Wind glatt an ihm vorbeiweht..".

Wenn sich also auch die Physik gegen mich verschwört.... mecker ich halt nimmer. Alles ist gut. Und das ist ja auch gut so. Das man dazu allerdings den langen Weg von der zweiten in die vierte Liga zurücklegen musste - ist doch eigentlich gemein und verlorene Zeit, oder? Aber das wäre schon wieder Sarkasmus, also Schluß für heute.